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Mobilität - Verkehr lässt sich steuern

63 so genannte Beobachtungsstellen für den Verkehr gibt es in Südtirol. Damit werden das Verkehrsaufkommen, die Verkehrsdichte, Spitzenzeiten und Durchschnittswerte landesweit an neuralgischen Punkten ermittelt. Eine dieser Beobachtungsstellen steht in Mühlen in Taufers. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2007 von dort sind bemerkenswert. 9952 Fahrzeuge passierten 2007 durchschnittlich am Tag die Zählstelle, in den Nächten 2006 waren es 1574. Im Sommer 2007 wurden bis zu 13198 Fahrzeuge täglich gezählt und 9678 im Winter 2006. Der Nachtverkehr am gesamten Fahrzeugaufkommen betrug immerhin 19,3 Prozent. Das sind Zahlen, die recht eindrucksvoll belegen, wie stark der Individualverkehr durch die Gemeinde Sand in Taufers fließt.

„Verkehr ist - bedingt durch die weiter zunehmende Mobilität jedes Einzelnen - überall ein großes Problem und der Verkehr wird immer stärker. Doch mit Maßnahmen zur Eindämmung des Verkehrsaufkommens und zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung, kann man die Entwicklung in bestimmten Bereichen steuern", sagt Bürgermeister Helmuth Innerbichler.

Tatsächlich bemüht sich die Gemeinde Sand in Taufers intensiv und in allen Fraktionen, das Thema Verkehr zu bearbeiten. Mit Erfolg, wie sich durch einzelne Projekte, Maßnahmen und die Vernetzung im Verkehrskonzept belegen lässt. Doch die Herausforderung wird bleiben, so lange sich Verkehr in dem gegenwärtigen Umfang weiter entwickelt. Sand in Taufers war immer schon das Zentrum des Tauferer Ahrntals. Veranstaltungen, Märkte und Versammlungen waren Anziehungspunkte für Menschen von überall her. Das bedeutete schon in der frühen Dorfentwicklung Verkehr. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich dann mit Rasanz der Tourismus. Das bedeutete weiteren Verkehr. Tagesgäste, Urlauber und die Bevölkerung stellten die Entwicklung der Gemeinde irgendwann auf eine harte Probe. Der renommierte Verkehrsplaner Prof. Dr. Bernhard Winkler, in Sand in Taufers geboren und in München lebend, entwickelte ein Projekt zur Verkehrsberuhigung seiner Heimatgemeinde. Moderne Erkenntnisse der Verkehrspsychologie, technische Lösungen und die Vorstellungen der BürgerInnen prägten dieses Konzept, an dem seit über zehn Jahren immer weiter gearbeitet wird. Eine siebenköpfige Verkehrskommission begleitet diesen Weg intensiv und befasst sich mit ständig neuen Entwicklungen und weiteren großen Herausforderungen.

Vorfahrt hat der Schwächste

„Alle Entscheidungen zum Verkehr und zur Mobilität sind immer unter dem Aspekt der Lebensqualität abzuwägen. Klar ist für uns: Vorfahrt hat der Schwächste. Also kommen zuerst die Kinder, Menschen mit Behinderung und ältere Menschen, dann kommen der motorisierte Verkehr und schließlich der Schwerverkehr", erläutert Verkehrsreferent Christof Haidacher. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Verkehrskonzept der Gemeinde konsequenterweise den Zweck, den motorisierten Verkehr einzuschränken und Fahrradfahrer und Fußgänger zu fördern. Der gesamte Dorfkern wurde mit dem Verkehrsberuhigungskonzept von Bernhard Winkler durch künstliche Barrieren so angelegt, dass man keine „Runden" mehr fahren kann und dennoch jedes Gebäude mit dem Auto erreichbar ist. Ist das Auto aber erst einmal abgestellt, führen die Barrieremaßnahmen dazu, dass man im Dorfzentrum zu Fuß jeden Ort schneller erreichen kann als motorisiert. Das Konzept ist umgesetzt und wird ständig aktualisiert und den neuen Anforderungen angepasst. Nachttaxis, der Skibus, die Schülerbusse, der Ausbau von Rad-, Wander- und Spazierwegen, organisierte Schülerlotsen, das Citybus-Konzept, die Dorfpolizei oder die Parkraumbewirtschaftung haben im Laufe der Jahre dafür gesorgt, dass mit immer neuen Maßnahmen die ursprüngliche Ideen weiter entwickelt worden ist.

Parkraumbewirtschaftung

Heute sind die Verantwortlichen bemüht, die Wohngebiete und auch den Dorfkern allgemein vom Verkehr zu entlasten. Der Bau der Tiefgarage und die Parkraumbewirtschaftung waren so gesehen wichtige Schritte für das Dorfzentrum von Sand. Denn das Ziel war es, die von Dauerparkern belegten Stellplätze für Kunden der Geschäfte und Bars frei zu bekommen. In der Tiefgarage mit 167 Stellplätzen sind die ersten zweieinhalb Stunden Parken kostenlos. Das ist einer der Gründe, warum sie angenommen wird. Gleichzeitig wurden in Sand in Taufers auch die „blauen" Zonen mit Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Die Geschäftswelt des Dorfes einigte sich mit der Gemeinde-Verwaltung darauf, dass man während der ersten 25 Minuten gratis parken kann. 2008 wurde damit begonnen, eine weitere Tiefgarage zu realisieren. Unter dem Festplatz von Sand, mitten im Dorf, wurde im Zuge der Neugestaltung das Projekt durch einen Beschluss des Gemeinderates erweitert und 80 Stellplätze im Tiefgeschoss mit eingeplant. Damit nutzte man eine nachgerade historische Chance. Denn wäre der Festplatz einmal fertig gestellt gewesen, hätte dort eine Tiefgarage praktisch nicht mehr oder nur mit erheblich größerem Aufwand realisiert werden können. So wie das Projekt angelegt wurde, eröffnet es sogar die Möglichkeit, einige Jahre später, wenn weiterer Bedarf entstehen sollte, die Garage um 300 weitere Plätze zu vergrößern, ohne das neue Auf- und Abfahrten geplant werden müssen.

Gesamtkonzept – Umfahrungsstraßen

Das geplante Rondell beim Tunnelportal Süd.

14 Millionen Euro Kosten, 950 Meter Länge, drei Jahre Bauzeit, Baubeginn 2010 - das sind die Eckdaten des vielleicht größten Verkehrsprojektes, dass in Sand in Taufers jemals realisiert worden ist. Bis 2013 soll ein Umfahrungstunnel das Dorf erheblich vom Durchzugsverkehr entlasten. Ein Plan, der seit über 30 Jahren existiert, der aber in der Prioritätenliste der Gemeindeverwaltung erst 2007 an die allererste Stelle gesetzt wurde. „Eine unserer ganz großen Chancen ist der Umfahrungstunnel. Weil mit ihm die Verkehrsberuhigung im Dorf weitergeführt wird, Lärm und Luftverschmutzung erheblich verringert werden. Die Lebensqualität wird steigen", erklärt Verkehrsreferent Christof Haidacher. Umfahrungsstraßen sind in Gemeinden generell nicht ganz ohne eine gewisse Brisanz. Doch in Sand in Taufers hält sich die Zahl der Kritiker in engen Grenzen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich der überwiegende Teil der Bevölkerung eine Verbesserung der eigenen Wohn- und Lebensqualität verspricht. All jenen, die einen Umsatzrückgang in den Geschäften befürchten, hält Bürgermeister Helmuth Innerbichler entgegen: „Ich glaube der Umsatz wird sich sogar steigern. Denn Verkehr macht keinen Umsatz, den machen die Kunden und die werden sich in einem ruhigeren Dorf allemal wohler fühlen." Der Umfahrungstunnel ist Teil eines großen Gesamtkonzeptes, das auch den Bereich Pfarre mit dem Schulzentrum und dem Senioren- und Pflegeheim mit einer Unterführung sowie die Fraktion Mühlen mit einer Umfahrung einschließt.
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Vision einer Mini-Metro

Ohne Auto werden vielleicht auch einmal die Wintersportler von Sand in Taufers aus ins Skigebiet Speikboden gelangen. Es gibt die Vision einer Mini-Metro, die ihre Haltestelle beim großen Parkplatz am Ortsausgang von Sand hat und die Fahrgäste bis direkt zur Talstation befördert. Das wäre nicht nur verkehrstechnisch relevant, sondern auch touristisch und wirtschaftlich, denn die Gäste kämen nach ihrem Skitag direkt ins Dorf zurück und würden nicht dort vorbei fahren.

Radwege

Längst keine Zukunftsmusik ist der Ausbau des Radwegenetzes. Nachdem die Verbindung von Bruneck bis nach Sand in Taufers besteht, sollen nun nach und nach auch die innerörtlichen Möglichkeiten für Radfahrer verbessert werden. Die Brücke von Kematen nach Mühlen ist eine der Maßnahmen hierfür. Eine weitere Brücke über die Ahr ist in der Nähe des Speikbodens angedacht. Radwege sollen möglicherweise künftig eigene Markierungen im Sinne eines Leitsystems erhalten. Auf gewisse Weise gehören auch Oberflächengestaltungen, die Erneuerungen von Bodenbelägen und die öffentlichen Beleuchtungskörper zum Verkehrskonzept. So wurde 2008, im Zuge der Verlegung von Rohren für die Fernwärme, der Fuß- und Radweg von Kematen nach Mühlen verbreitert, asphaltiert, mit einer neuen Leitplanke und einer Photovoltaik-Beleuchtung ausgestattet.


Sogar beachtliche Eigeninitiativen tragen dazu bei, dass die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung verbessert wird. Das Traditionsunternehmen "Unionbau" hat 2007 zu ihrem 100-jährigen Bestehen die verfallene Holzbrücke über die Ahr am Schlossweg neu gebaut und sie der Gemeinde zum Geschenk gemacht. Der Neubau der unsicher gewordenen Brücke beim Feldmüllerhof wurde von der Gemeinde finanziert. Die Verkehrsplanung, die Verkehrsregelung und die allgemeine Verkehrsvermeidung sind ein jahrzehntelanges Thema. Im Mittelpunkt dabei steht der Schutz der Menschen, besonders der Kinder im Verkehr. Aber auch unnützer Verkehr soll vermieden werden. Mit der Erstellung von Barrieren und der Einführung einer moderaten Parkraumbewirtschaftung sollen BürgerInnen und BesucherInnen zum „Gehen" statt zum „Fahren" animiert werden. Im Übrigen ist die Gemeinde bemüht, sämtliche Barrieren für Menschen mit Behinderung zu entfernen. Dieses Projekt ist 2008 begonnen worden.

Quelle: Lücker, W.: Sanduhr: Das Buch zum Europäischen Dorferneuerungspreis 2008.

Eine Gemeinde bewegt sich - Projekte im Bereich Mobilität


Barrierefreie Gemeinde

Arbeitsgruppe erkundet alle architektonischen Hindernisse in der Gemeinde.
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Neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke Kematen-Mühlen
Die langersehnte Brückenverbindung zwischen den Fraktionen Mühlen und Kematen ist realiisert.
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City-Bus Sand in Taufers
Seit 11. Jänner 2008 verkehrt auch in Sand in Taufers ein Citybus. Der sympathische Kleinbus verbindet nun auch die Ortschaften im Tauferer Boden und bietet Anschluss an die Buslinie nach Bruneck und ins Ahrntal.
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Die Tauferer Bahn
Vor 100 Jahren, am 20. Juli 1908, trat eine der ersten elektrischen Eisenbahnen Tirols ihre Jungfernfahrt an: das „Taufra Bahnl".
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Verkehrsmaßnahmen rund um die Pfarre Taufers
Ziel der Gemeindeverwaltung ist es, die gesamte Zone rund um die Schulen und die Pfarre vom Individualverkehr zu befreien.
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Umfahrungstunnel Sand in Taufers
14 Millionen Euro Kosten, 950 Meter Länge, drei Jahre Bauzeit, Baubeginn 2010 - das sind die Eckdaten des vielleicht größten Verkehrsprojektes, ...
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Interreg IV Projekt "Gemeinden mobil"
Sand in Taufers beteiligt sich am Projekt „Gemeinden mobil", das nachhaltige Aktivitäten zur Förderung umweltfreundliche Mobilität in Gemeinden anregen und unterstützen möchte.
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Straßensicherungsarbeiten
Sand in Taufers ist bemüht seine Straßen sicherer zu machen. Dazu gehören u.a. Maßnahmen zum Schutz von Naturgewalten.
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Filme und Bilder

NEUE FILME: InterReg IV Projekt: „Aufbau einer grenzüberschreitenden CO² -neutralen Energiemodellregion Ahrntal - Oberpinzgau

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Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises 2010
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Neue Homepage für Veranstaltungen online
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W-Lan Netz für kostenfreien Internetzugang 
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Tirol und Naturns besuchen Sand i. T.
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Verdienstmedaille für Richard Ignatius Rieder
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Fest der Chöre
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Tauferer Straßenküche 2010
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Glückwünsche an die Gemeinde Lajen für die Auszeichung beim Europ. Dorferneuerungspreis 2010
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Die Würfel sind gefallen! Gemeinde Langenegg (Vorarlberg) ist Sieger des Europäischen Dorferneuerungspreises 2010
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Neues Feuerwehrgebäude - positives Gutachten des techn. Landesbeirates
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