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Streifzug durch die Geschichte unserer Gemeinde

Altes Rathaus

Der Name Taufers kommt vom vorrömischen -eres zu Tvfres und verweist auf die im Tauferer Talkessel mündenden Schluchten der drei Wildbäche Ahr, Rein- und Mühlwalder Bach, die einst über einen Bergweg zu überwinden waren, um in die dahinterliegenden Täler zu gelangen.

Die eigentliche Geschichte von Taufers beginnt mit der erstmaligen Erwähnung von Taufers als Tvfres im Brixner Traditionsbuch im Jahre 1050 - 1065. 1262 taucht zum ersten Mal die Bezeichnung Taufers auf. Größere geschichtliche Bedeutung erhielt das Tauferer Ahrntal mit dem Aufstieg der Edlen von Taufers (1130 erstmals urkundlich erwähnt), die bald zu einem der mächtigsten Tiroler Adelsgeschlechter wurden. Sie übten um 1300 über das gesamte Tal der Ahr die hohe Gerichtsbarkeit aus, die später auf die Grafen von Tirol (Gericht Taufers) und von Görz (Uttenheim und Neuhaus) aufgeteilt wurde. Für die Verwaltung des Land- bzw. Bezirksgerichtes Taufers wurden im 16. Jahrhundert die Fieger (Inhaber der Burg Taufers und Erbauer des Schloss Neumelans im Jahr 1582) betraut.

Im 19. Jahrhundert wurde die Gerichtsbarkeit in Taufers vom Habsburgerstaat neu geordnet. Das Land- bzw. Bezirksgericht Taufers blieb bestehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es dem Bezirksgericht Bruneck zugeschlagen. Die Namen Sand Maurizien und Sant tauchen erst 1296 bzw. 1410 auf. Sand deutet dabei auf die wiederholten Überschwemmungen durch die Ahr hin.
Die Gemeinde Sand in Taufers wurde 1926 unter der offiziellen Bezeichnung „Campo Tures" aus den acht Kleingemeinde Sand, Drittelsand, Ahornach, Rein, Kematen, Mühlen, Mühlwald und Lappach gebildet. Mühlwald und Lappach wurden aber bald schon abgetrennt und bilden seitdem die Gemeinde Mühlwald.
Heute bezieht sich Taufers auf Sand, Mühlen, Kematen, die Pfarrei, das Dekanat und das Schloss.
Am 07.11.1984 hat der Präsident des Regionalausschusses mit Dekret Nr. 756/A auf übereinstimmenden Beschluss des Regionalausschusses auf Grund der Bestimmungen des Art. 6 und 8 des Einheitstextes der Regionalgesetze über die Gemeindeordnung der Gemeinde Sand in Taufers die Bezeichnung „Marktgemeinde" verliehen.
Jahrhunderte lang lebte die Bevölkerung in Sand in Taufers fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Allerdings zog man auch Vorteile aus dem in Ahrn und Prettau aufblühenden Kupferbergbau. Mit dem Bau der österreichischen Südbahnlinie im Jahre 1872 begann sich der Fremdenverkehr zu entwickeln. Um 1900 war Sand in Taufers ein berühmter Luftkurort. In jener Zeit kam zudem der industrielle Erwerbszweig auf: In Mühlen entstand eine Glockengießerei, eine Feuerlösch-Spritzerzeugung, eine Lodenfabrik und eine elektromechanische Produktionsstätte.

Chronik

1050 -1065 erste Erwähnung von Taufers (Tvfres)
1130 erstmalige Nennung der reichsunmittelbaren Herren von Taufers
1527 Bau der gotischen Pfarrkirche von Taufers vollendet
1636 1000 Pesttote in der Großpfarre Taufers
1809 im „Tiroler Freiheitskampf" rücken die Tauferer Schützen als erste aus und legen als letzte die Waffen nieder; zur Bewachung der im Gericht Taufers gefangenen Sachsen wurden vier Weiberkompanien aufgestellt
1870 Josef Beikircher gründet in Mühlen eine Lodenfabrik (später übernommen von Josef Moessmer und nach Bruneck übersiedelt)
1885 Beginn des touristischen Aufschwungs: Gründung des „Verschönerungsvereins" von Sand
1923 nach über 600-jährigem Bestehen wird das Gericht Taufers aufgelassen und der Prätur Bruneck eingegliedert
1939 die Bevölkerung von Taufers optiert in großer Mehrheit für das Deutsche Reich, aber nur ein kleiner Teil wandert aus
1964 im Zusammenhang mit den damaligen Bombenanschlägen werden Anfang September in einer Aufsehen erregenden Fandungsaktion alle über 14 Jahre alten Einwohner von Sand von der Militärbehörde am Ex-Bahnhofsgelände - und die von Mühlen und Kematen beim „Hasenwirt" in Mühlen kurzfristig inhaftiert
1964 Erschließung des Skigebietes Speikboden durch einen Korblift Drittelsand-Michlreis (1973 erweitert)
1977 Ankauf des Ansitzes „Zeilheim" und Adaptierung als Rathaus
1988 Großdemonstration gegen ENEL-Projekt zum Bau eines Großkraftwerks in Rein/Taufers (30. März)
1999 - 2001 große Rathauserweiterung (neue Amtsräume, Bibliothek, Naturparkmuseum; Millenniumsprojekt Sand-Uhr am Rathausplatz)
2003 Bau Langlaufzentrum in Rein
2003 Neubau Kindergarten Kematen
2006 Neubau Musikpavillon mit Probelokal und Erweiterung der Feuerwehrhalle in Ahornach
2007 Neubau Kindergarten Mühlen (Klimahaus)

Geschichte der Pfarrei, Seelsorge

Die Geschichte der Gemeinde Sand in Taufers wie des ganzen Ahrntales wurde entscheidend geprägt durch das kirchliche Leben und die entsprechenden Verwaltungsstrukturen. Um das Jahr 1000 war die Pfarre Taufers neben Ahrn und Gais eine der drei Großpfarreien des Tales. Sie reichte von Weißenbach, Luttach bis Uttenheim einschließlich der Nebentäler auf dieser Strecke. Der erste namentlich erfasste Pfarrer von Taufers, zwischen 1224 und 1235, ist Friedrich. Dass die Pfarre älter ist als die Ersterwähnung des Pfarrers, dafür spricht die Unabhängigkeit, die Macht und das Ansehen der Edelfreien von Taufers. Obwohl durch die Herren von Taufers keine einzige Stiftung für die Pfarre vorliegt, weisen sie sich in zahlreichen Urkunden als großzügige Stifter von Klöstern und Kirchen aus.
Alle Ortschaften der Pfarrei erhielten zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert ihre eigene Kirche mit Gottesdiensten an bestimmten Festtagen. Im Jahre 1660 wurden Mühlwald und Lappach zur Seelsorgestelle erhoben, 1675 Rein, 1685 Luttach und Weißenbach, 1786 Ahornach und 1788 Uttenheim.
Bei der Mutterpfarre Taufers verblieben Sand mit Moritzen, Mühlen, Kematen und die Weiler Außermühlwald mit Pieterstein, Drittelsand, Michlreis, Pojen, Winkel und St. Walburgen.
Am 22. Jänner 1822 wurde Taufers eigenständiges Dekanat mit den Bezirken Taufers, Ahrn und Gais, ein Gebiet, das einst die Gerichte Taufers, Uttenheim, und Neumelans umfing oder das spätere Gericht Taufers.
Der Weiler Taufers („Pfarre") war und ist auch heute noch der Sitz des Dekanates.
Zu erwähnen sind an dieser Stelle Dekan Dr. Eduard Stemberger, Dekan David Eppacher, Dekan Michael Oberhollenzer, Dekan Leo Munter, Dekan Albert Ebner, Dekan Josef Wieser.

Katastrophen

Die wohl bedeutendste Katastrophe, die geschichtlich nachzuweisen ist, war die Pest im Mittelalter, die ganz Europa bedrohte. Ein Großteil der Bevölkerung, ca. 1.000 Personen, wurden Opfer des „schwarzen Todes".
Neben den Katastrophen, die mit den Kriegen im Mittelalter bis hin zu den Weltkriegen die Bevölkerung leiden ließ, sind zahlreiche Lawinen, Murbrüche und Überschwemmungen geschichtlich erwähnt. Sand mit seinem großen Talkessel blieb aber meist verschont und die großen Ereignisse beschränkten sich auf das Ahrntal, Mühlwald und das Reintal. Zu erwähnen ist jedoch ein furchtbares Hagelwetter von ca. 30 Minuten im Jahre 1875, welches die wunderschön stehenden Saaten vernichtete. 1878 führten Murabgänge im Ahrntal Geröllmassen durch die Schlucht unter dem Schloss Taufers, die sich über das ganze Dorf ergossen. Das ganze Material verteilte sich auf dem Tauferer Boden, alle Installationen wurden vernichtet und die Ahr folgte ihren eigenen Lauf, bis sie schließlich 1879 neu eingebettet werden konnte. Im Jahre 1903 wütete der Reinbach so extrem, dass die Strasse weggeschwemmt wurde und die Ortschaft Rein nur mehr über Ahornach oder dem Almwege erreichbar war. Bis ins 20. Jahrhundert wurde im Winter die Reinstrasse mehrmals von einer Lawine an der sogenannten „Jahrzahl" unterbrochen. Die Bevölkerung lebte wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten.
Durch Spenden von außen und unter Einsatz der Bevölkerung konnten die Katastrophen immer wieder überwunden werden. Ständig neue Techniken und die Arbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung halfen solche Katastrophen bis heute in Grenzen zu halten. Die Natur bleibt jedoch unberechenbar und kleinere Muren- und Lawinenabgänge treten immer noch auf. Nennenswert ist noch der Waldbrand im Sommer 1976, bei dem das Feuer über Monate am „Pursteinberg" wütete und nicht einmal durch Einsatz von Löschhubschraubern unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Innovation und Netzwerke

Sand in Taufers ist eine Gemeinde der Innovationen. Schon immer waren Institutionen, Ereignisse oder Ideen, zuerst in Sand in Taufers zu beobachten. Zum Beispiel ging in Sand in Taufers der erste private Radiosender „Freie Welle Pustertal" auf Sendung. Das Konzept der „Straßenküche" wurde erstmals in Sand in Taufers umgesetzt.
Eine organisierte und nachhaltige Innovationstätigkeit hat mit dem EU - Strukturförderungsprogramm Leader Plus begonnen und hält heute noch an. Viele Leader-Projekte sind umgesetzt worden und das Programm wird weiter fortgeführt.
Sand in Taufers setzt außerdem auf nationale und internationale Netzwerke, pflegt eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Mayerhofen im Zillertal und nimmt an den Treffen der Mittelpunktgemeinden teil.
Die Gemeinde Sand in Taufers ist die erste Agenda 21 Gemeinde in Südtirol. 74 Indikatoren ermitteln künftig den aktuellen Zustand der Gemeinde und ihre Entwicklung. Dabei steht die Nachhaltigkeit der Projekte an erster Stelle.

Gemeindewappen

Das Wappen der Gemeinde Sand in Taufers zeigt einen Schild, der dreimal von Rot und Silber geteilt ist. Die beiden oberen silbernen Felder sind mit je drei und das unterste mit zwei blauen liegenden Wecken (Brotlaibe) belegt.
Das Wappen ähnelt weitgehend dem Wappenschild der Herren von Taufers, eines der einst mächtigen Geschlechter in der Grafschaft Pustertal und Erbauer der Burg Taufers. Das Wappenschild der Herren von Taufers ist viermal geteilt und weist in den zwei oberen Querfeldern je fünf und im untersten drei schmale Wecken auf.Das Wappen wurde kraft Gemeinderatsbeschluss vom 27. April 1967 dem Regionalausschuss vorgelegt und von diesem an 20. Juni 1967 unter Nr. 1569 beschlossen. Hierauf folgte am 30. Juni 1967 Nr. 121 die Dekretierung durch den Regionalausschusspräsidenten und die Publikation des Wappens im Amtsblatt der Region vom 25. Juli 1967 Nr. 32.

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